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Mediation und Rechtsschutz

Mediation - Alternative zum Gerichtsprozess. Was übernimmt die Rechtsschutzversicherung genau?
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mediation eignet sich für die einvernehmliche Lösung von Konflikten im privaten wie im beruflichen Umfeld, ohne dass es zu einem Gerichtsverfahren kommt.
  • Viele Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten dafür. Damit ersparen sie sich teure Gerichtsverhandlungen.
  • Ebenfalls sind die Versicherten oft zufriedener mit dem Ausgang einer Mediation als mit einer richterlichen Entscheidung.
  • Kostendeckung, Auswahl des Mediators und Durchführung sind bei den Versicherungen teilweise sehr unterschiedlich geregelt.
  • Wenn Sie Wert auf eine gute Mediation legen, lohnt es sich, die Leistungen in diesem Bereich bei der Versicherungsauswahl genau zu studieren.

Mediation und Rechtsschutz

Rechtsschutzversicherungen leisten längst nicht mehr nur für Anwaltskosten und Gerichtsverfahren. Bevor es zu einem Rechtsstreit kommt, können sich die Streitparteien zunächst auf den Versuch einer Vermittlung einlassen. Die Mediation ist beim Rechtsschutz eine zunehmend beliebte Alternative.

Mit dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist häufig auch die Deckung der Kosten für ein Mediationsverfahren geregelt. Der Leistungsumfang des Rechtsschutzes ist dabei meist entweder auf eine bestimmte Anzahl an Sitzungen im Jahr oder auf einen festen Betrag begrenzt. Dabei werben manche Versicherer mehr mit ihren Mediationsangeboten als andere. Ein Blick auf aktuelle Tarife der Anbieter von Rechtsschutzversicherungen zeigt die Unterschiede bei Kostendeckung und anderen Aspekten der Mediation.

Grundlagen und Vorteile der Mediation

Mediation heißt so viel wie Vermittlung. Die Streitparteien können freiwillig daran teilnehmen. Ein Mediator ist kein Richter, der Entscheidungen trifft. Vielmehr soll er mit allen Beteiligten eine einvernehmliche und zufriedenstellende Konfliktlösung erarbeiten. Meistens wird das Einigungsergebnis schriftlich festgehalten, was die Nachhaltigkeit der Lösung gewährleisten soll.

Die Vorteile der Mediation in der Rechtsschutzversicherung sind: 

  • Eine Mediation ist meistens schneller und weniger nervenaufreibend als ein Gerichtsverfahren.
  • Der Rechtsschutzversicherung kommt die Mediation zugute, weil sie die Unsicherheit von gerichtlichen Auseinandersetzungen vorerst vermeidet.
  • So kann die Rechtsschutzversicherung nicht nur Kosten sparen. Die Versicherten zeigen sich meist zufriedener mit dem Ausgang einer Mediation als mit einer richterlichen Entscheidung.
  • Alle Beteiligten haben dem Verfahren zugestimmt. Dadurch besteht auf jeder Seite ein gewisser Wunsch, eine Lösung zu finden.
  • Es geht nicht um die Auslegung von Gesetzen, sondern um die Ziele und Wünsche der Betroffenen. Am Ende einer Mediation gibt es nicht Sieger und Verlierer.
  • Anders als Richter können Mediatoren sich im Interesse einer nachhaltigen Lösung im Einzelfall stärker engagieren und mit besonderem Verständnis für die Situation die Streitenden zueinander führen.
  • Die Sitzungen finden unter Ausschluss von Publikum statt, der Mediator ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Es dringt also nichts an die Öffentlichkeit wie bei einem Gerichtsverfahren.

Kosten einer Mediation und Leistungen der Versicherung

Art und Zeitaufwand eines Konfliktes bestimmen die Kosten einer Mediation. Beispielsweise kostet eine Wirtschafts- oft mehr als eine Familienmediation. Mediatoren verlangen für ihre Dienste meistens ein Stundenhonorar, das sehr unterschiedlich sein kann. Häufig bewegt sich dieses zwischen 150 und 300 Euro. Manchmal entstehen zusätzliche Auslagen, wenn z.B. Firmen Räumlichkeiten für die Mediation mieten müssen. Die Kosten werden in der Regel zwischen den Konfliktparteien aufgeteilt. Eine leistungsstarke Versicherung kann dafür aufkommen.

Wie bereits weiter oben erwähnt, übernehmen Versicherungen pro Jahr eine feste Anzahl an Sitzungen oder einen bestimmten Betrag. Das können 3000 oder 4000 Euro pro Jahr sein. Manchmal sind die Leistungen auch unbegrenzt oder die Versicherung kommt für die Mediation im gleichen Umfang auf, wie ein erstinstanzliches Gerichtsverfahren kosten würde. Es gilt also, beim Versicherungsabschluss genau darauf zu achten, wie umfangreich die Leistungen in diesem Bereich sind.

Unsere Experten helfen Ihnen gerne unter 030 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de.


Telefonischer Mediationsdienst der Rechtsschutzversicherung

Wird die Mediation übers Telefon oder schriftlich durchgeführt, tritt der Vermittler abwechselnd mit der einen und dann mit der anderen Person in Kontakt. Zwar sind Telefonkonferenzen denkbar, aber das Prinzip der „Shuttle“-Mediation beruht auf einer schnellen Hilfe mit sachlicher Distanz des Mediators. Das lässt sich mit der rein telefonischen Konfliktlösung im Vergleich zur persönlichen Mediation ganz gut machen. Schließlich hat es für die Versicherten den Vorteil, dass klare Fälle zügig bearbeitet werden können. Und man muss in heiklen Situationen nicht dem anderen persönlich gegenübersitzen.

Von Juristen und Verbraucherschützern dagegen wird die Shuttle-Methode prinzipiell kritisch gesehen. Es handle sich dabei nur begrenzt um eine echte Mediation. Denn es bräuchte eine Vertrauensbasis und ein Einfühlungsvermögen aufseiten des Mediators. Und dies sei allein am Telefon nicht gegeben. Kennt der Mediator die Betroffenen nur vom Telefon, liegt der Vorteil mitunter bei demjenigen, der sich am Telefon ins bessere Licht rücken kann.


Viele Versicherungen bieten die persönliche Mediation an

Viele Rechtsschutzversicherungen bieten ihren Mietgliedern auch die persönliche Mediation vor Ort an. Die Vorteile für die Kunden: Verständigen sich die Konfliktparteien bei einer Mediation von Angesicht zu Angesicht, verläuft die Verhandlung oftmals besser.

Freie Mediatoren und Agenturen verfolgen in der Regel ohnehin den Ansatz, dass Mediation von persönlicher Begegnung geprägt ist. Mit dem Fokus auf das Gewinnen von Verständnis für einen Konflikt und seine tiefer liegenden Ursachen ist die Präsenz vor Ort zweifellos unverzichtbar.


So kann eine Mediation ablaufen

  1. Einleitung: In einem ersten Schritt werden die Ziele der Mediation verdeutlicht, die Regeln, Rahmenbedingungen und die Rolle des Mediators geklärt. Dieser hält den Ablauf der Mediation in einem Protokoll fest.
  2. Erörterung der Standpunkte: Die Konfliktparteien tragen ihre Standpunkte vor, Konfliktfelder werden gesammelt und strukturiert.
  3. Konfliktaufarbeitung: Nun kommt es zu einer Bearbeitung der Konfliktfelder und zu einer Analyse der verschiedenen Positionen. So stellt der Mediator die Kerninteressen fest.
  4. Konfliktlösung: Verschiedene Lösungsoptionen werden entwickelt und bewertet. Im Optimalfall sind alle Beteiligten mit der Lösung zufrieden.
  5. Vereinbarung: Die Lösung wird beim Abschluss besprochen und schriftlich festgehalten. Der Vereinbarung sollen alle Beteiligten mit ihrer Unterschrift zustimmen.

Rechtsschutzversicherung kann Mediator bestimmen

Vor dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sollte man prüfen, wer den Mediator bestimmen kann. Also ob der Versicherte oder die Versicherung den Mediator bestimmt. Viele Versicherungen verweisen an bestimmte Mediatoren. So sollen für Qualität gesorgt und die Kosten in Grenzen gehalten werden. Es gibt aber auch Kritik an dieser Praxis, da die Zugehörigkeit zu einer Versicherung die Objektivität des Mediators beeinflussen könnte. Man muss also darauf vertrauen können, dass der Rechtsschutzversicherer einen kompetenten Mediator bestimmt. Der Vorteil für den Versicherten ist, dass er sich Aufwand ersparen kann, weil er sich nicht noch zusätzlich einen Mediator suchen muss. Die fehlende Wahlfreiheit kann also eine gewisse Befreiung sein.

Das Mediationsgesetz

In Deutschland trat im Juli 2012 das Mediationsgesetz in Kraft. Es regelt die Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie in deutsches Recht. Bis dahin hat es keine Regelung außergerichtlicher, gerichtlicher und gerichtsnaher Mediation gegeben. Die verabschiedete Version des Mediationsgesetzes befasst sich in insgesamt 9 Artikeln mit der Definition von Mediationsverfahren und mit den Pflichten, denen ein Mediator unterliegt. Ziel ist es, dass Mediation hilft, Streitigkeiten eigenverantwortlich zu lösen und Gerichtsverfahren zu vermeiden. So soll die Justiz entlastet werden.

Im September 2017 veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine eigene Stellungnahme zur Evaluation des Mediationsgesetzes durch die Bundesregierung. Unter anderem wies er darauf hin, dass die Rechtsschutzversicherer die Mediation in ihr Produktspektrum aufgenommen haben und ihre Kunden auch aktiv über die Mediation und ihre Vorzüge aufklären. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, dass die Mediation gefördert und verbreitert wird. Eine Zusammenfassung finden Sie hier.

Mediation oder Anwalt?

Gute Rechtsschutztarife gestalten die Integration von Mediation in ihren Leistungen flexibel. Es wird dann den Kunden überlassen, ob sie bei einem Konflikt den Rechtsweg beschreiten wollen. Dann wird ein Anwalt vermittelt. Oder man versucht es zunächst mit einer Mediation und hofft, dass sich die Eskalation zu einem Rechtsstreit vermeiden lässt. Denn es gibt Fälle, bei denen das Einschalten eines Anwalts den Streit erst noch verschärft.

Gerade wenn die Beteiligten nicht um jeden Preis im Recht sein wollen und bestimmte Ansprüche vertreten, eignet sich die Mediation sehr gut zur Konfliktlösung. Für einen brauchbaren Rechtsschutz kommt es deshalb darauf an, dem Versicherten die Wahl zu lassen, welchen Weg er gehen möchte. Das kann Tarife teurer werden lassen, als wenn immer erst eine Mediation durchgeführt werden muss. Wie die Einbindung der Mediation in die Schadensregulierung der Rechtsschutzversicherung geregelt ist, sollte schon beim Vergleich von Rechtsschutzversicherungen berücksichtigt werden.

Rechtsschutzversicherung darf Kostenübernahme an Mediation knüpfen

Es gibt Rechtsschutzversicherungen, die nur Anwaltskosten übernehmen, wenn der Versicherungsnehmer vorher erfolglos einen Mediator aufsuchte. Gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofs ist diese Klausel in den Versicherungsbedingungen erlaubt. Dies sei kein Verstoß gegen die freie Anwaltswahl, hielt der Bundesgerichtshof fest. Außerdem widerspricht diese Praxis nicht gegen das Prinzip der Freiwilligkeit von Mediationen.


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Fallbeispiele: So kann eine Mediation helfen

Eine Mediation eignet sich in vielen Bereichen zur Klärung von Konflikten. Häufig geht es um den zwischenmenschlichen Bereich, das sind etwa Streitigkeiten mit Freunden, der Familie, dem Nachbarn, dem Vermieter oder dem Arbeitgeber. Es können aber auch Probleme mit Verträgen oder Unternehmen gelöst werden. Die folgenden Fallbeispiele zeigen, wie Mediation hilft:

  • Konflikte mit Arbeitgebern: Ein Arbeitnehmer erhält die Kündigung und wünscht sich eine Abfindung in einer bestimmten Höhe. Dank einem Mediator können die Konfliktparteien darüber im neutralen Rahmen verhandeln.
  • Konflikte mit dem Vermieter: Ein Vermieter droht einem Mieter mit der Kündigung, weil er angeblich zu wenig für die Nebenkosten zahlte. Der Mieter fühlt sich aber im Recht. Dank einem Mediator kommt es zu einer Annäherung der Parteien und der Vermieter ist bereit, die Unterlagen nochmals durchzugehen. Dabei stellt sich tatsächlich heraus, dass der Mieter nicht im Zahlungsrückstand ist.
  • Konflikte im Privatbereich: Ein getrennt lebender Ausländer wohnt schon seit längerem in Deutschland. Nun möchte er wieder heiraten. Dafür muss aber seine Exfrau auf dem Konsulat seiner alten Heimat eine entsprechende Unterschrift abgeben. Sie weigert sich, die Scheidung zu akzeptieren. Ein Mediator schafft es, dass beide gemeinsam auf das Konsulat gehen und in gutem Kontakt bleiben. Der neuen Hochzeit steht somit nichts mehr im Wege.

Experten-Tipp:

Falls die Mediation scheitert

Sollte die Mediation nicht zur nachhaltigen Lösung eines Konfliktes führen, dann steht in der Rechtsschutzversicherung der Rechtsweg nach wie vor offen. Auch der Rechtsschutz besteht weiterhin für das anstehende Gerichtsverfahren.

Mediation als Kriterium für Rechtsschutz-Tarifvergleich

Vergleicht man verschiedene Angebote miteinander, findet man in den Leistungen aktueller Rechtsschutzversicherungen durchaus den Punkt „Mediation“. Man erfährt, wie hoch die Deckungssumme für Mediationsverfahren von einzelnen Versicherern angesetzt wird. In unserem Tarifrechner können Sie im nächsten Schritt Leistungen und Tarifdetails von ausgewählten Rechtsschutz-Tarifen miteinander vergleichen.

Sie können unsere Berater auch direkt ansprechen. Als Kriterium für einen Vergleich aktueller Rechtsschutzversicherungen ist die Mediation ein Faktor, für den sich die Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsexperten lohnt. Im Namen des Kunden können einzelne Versicherer genauer nach ihren Konditionen für eine Mediation befragt werden. Sie erreichen uns unter 030 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de.

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