Sehr gut 4.9/5
ein Fachportal von transparent-beraten.de

Prüfungsanfechtung – möglich aber sinnvoll?

Unberechtigt durchgefallen - wann man rechtlich eine Prüfung anfechten kann und wann es wirklich Sinn macht
Sichern Sie sich jetzt ab und sparen Sie bis zu 67% mit unserem kostenfreien Tarifvergleich Jetzt Tarife vergleichen

Wer durch eine Prüfung fällt oder eine schlechte Note kassiert, hat die Möglichkeit sich dagegen zu wehren und Widerspruch gegen die abschließende Entscheidung des Prüfers einzulegen. Besonders häufig werden Ergebnisse angefochten, die zur Abschlussnote beitragen bzw. Prüfungen, die für den Studienabschluss Voraussetzung sind. Die Prüfungsanfechtung dient dazu, sich gegen Gesetzesbrüche durch die Universität oder auch eine IHK zu wehren und kann bei jeder staatlichen Prüfung zum Einsatz kommen.

Wie sollte man am besten vorgehen?

Wird eine Prüfung nicht bestanden, so erhält der Student zusammen mit dem Bescheid eine Rechtsbehelfsbelehrung, in der erläutert wird, wie man förmlich Widerspruch einlegen kann. Anschließend hat der Student einen Monat Zeit, um ein Widerspruchsschreiben zu verfassen bzw. dieses von einem Anwalt verfassen zu lassen. In dem Schreiben muss der Betroffene möglichst objektiv erläutern, warum er die Bewertung der Prüfung für fehlerhaft hält. Versäumen die Prüfer im Vorfeld die Rechtsbehelfsbelehrung durchzuführen oder tun dies nicht ordnungsgemäß, so verlängert sich die Frist für den Widerspruch auf ein Jahr.

Welche Prüfungsentscheidungen sind anfechtbar?

Grundsätzlich kann jede Prüfung, die vom Staat und anderen Trägern hoheitlicher Gewalt wie zum Beispiel Universitäten, abgenommen wird, angefochten werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Abschlussprüfungen von Hochschulen und Fachhochschulen
  • Staatsprüfungen für Juristen, Ärzte und Lehrer
  • Gesellen- und Meisterprüfungen
  • Steuerberaterprüfungen
  • Staatliche Abschlussprüfungen in sozialen Berufen
  • Kaufmännische Abschlussprüfungen
  • Klausuren, die bestanden werden müssen, um zur Abschlussarbeit zugelassen zu werden.

Wann lohnt sich die Anfechtung einer Prüfung?

Das Anfechten einer Prüfungsentscheidung bzw. eines Klausurergebnisses lohnt sich insbesondere dann, wenn die entsprechende Note für den weiteren Werdegang von großer Bedeutung ist. Für Juristen spielt beispielsweise die Gesamtnote beider Staatsexamina eine wichtige Rolle in Bezug auf ihre berufliche Entwicklung.

Gute Chancen auf eine erfolgreiche Anfechtung bestehen, wenn der Widerspruch eingelegt wird, weil eine richtige Antwort als falsch gewertet wurde und somit ein Bewertungsfehler vorliegt. Gleiches gilt, wenn der Prüfer widerrechtlich von der Malus-Regelung Gebrauch gemacht hat. Das bedeutet, dass im Multiple-Choice-Test für eine falsche Antwort Punktabzug erteilt wurde. Aber auch wenn die Zeit zu knapp war oder die Prüfung nicht von zwei Prüfern abgenommen wurde (weiterführende Informationen zu Prüfungsrecht und Hochschulrecht).

Noten sind anfechtbar

Auch Noten die der Prüfling als ungerecht empfindet, können angefechtet werden. Allerdings sollte hier der Nachweis erbracht werden, dass beispielsweise eine Antwort falsch bewertet wurde. Das heißt, es muss nachgewiesen werden, dass ein Beurteilungsfehler vorliegt. Der Nachweis kann z. B. durch Fachliteratur oder auch ein Foto des Tafelanschriebs des Prüfers erbracht werden. Die Gewichtung der Antworten, das heißt, wie viele Punkte sie bringt, liegt allerdings im Ermessen des Prüfers.

Beweismaterial ist entscheidend

Insbesondere beim Schreiben einer Abschlussarbeit gilt: Alle Unterlagen sollten aufbewahrt werden. Wird dem Studenten beispielsweise vorgeworfen er habe plagiiert, kann selbst ein Notizzettel als Beweisstück dienen, um den Vorwurf zurückzuweisen.

Was passiert, nachdem Widerspruch eingelegt wurde?

Wiederspricht ein Prüfling gegen die stattgefundene Bewertung ein, so hat der Prüfer zunächst einmal die Möglichkeit, seine Beurteilung zu überdenken. Ändert dieser das Ergebnis nicht, so wird der Fall anschließend vor dem Prüfungsamt verhandelt. Liegt tatsächlich ein Bewertungsfehler vor, so wird der Fehler korrigiert und die Note muss neu berechnet werden. Bei Verdacht auf einen Verfahrensfehler wird der Fall an den Prüfungsausschuss weitergeleitet. In diesem Fall muss eine neue Prüfung angesetzt werden.

Wird der Widerspruch abgelehnt, besteht die Möglichkeit vor einem Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung zu klagen. Hierbei sollte allerdings vorher geprüft werden, wie die Erfolgsaussichten sind.

Hilfe durch Studentenwerke

Häufig bieten Studentenwerke und der Asta eine kostenlose Rechtsberatung bei Anwälten an, die von Studenten in Anspruch genommen werden kann. Ebenso besteht die Möglichkeit einen niedergelassenen Anwalt hinsichtlich der allgemeinen Erfolgsaussichten zu befragen. Soll dieser den Fall allerdings konkret bewerten, entstehen Beratungskosten. Diese betragen je nach Aufwand mindestens 75 Euro. Handelt es sich im betreffenden Fall um ein Staatsexamen oder eine Meisterprüfung, können Kosten von bis zu 600 Euro entstehen.

Welche Kosten entstehen durch das Gerichtsverfahren?

Wird der Fall vor Gericht verhandelt, so entstehen für den Betroffenen oftmals hohe Kosten. Zum einen erhält der vertretende Rechtsanwalt sein Honorar, das mehrere Hundert oder Tausend Euro betragen kann. Zum anderen fallen Gerichtskosten an, die von demjenigen getragen werden müssen, der den Rechtsstreit verliert.

Das Widerspruchsverfahren an sich kostet nichts, wenn man gewinnt. Verliert man allerdings, werden je nach Bundesland Gebühren von rund 100 Euro fällig.


Inwieweit hilft eine Rechtsschutzversicherung weiter?

Üblicherweise übernimmt die Rechtsschutzversicherung für Studenten die Gerichtskosten, vorausgesetzt der Prüfling verfügt über einen entsprechenden Versicherungsschutz und es ist vertraglich festgelegt, dass die Versicherung auch verwaltungsrechtliche Fälle, zu denen Prüfungsanfechtungen zählen, umfasst. Insbesondere für Studenten und Auszubildende ist dieser Punkt bei einem Vertragsabschluss von großer Bedeutung.

Haben Sie Fragen zum Rechtsschutz für Studenten und Auszubildende? Unsere Makler beraten Sie gern und suchen einen passenden Versicherungstarif für Sie.

Sie erreichen und per Telefon 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.


Kostenfreier Rechtsschutzversicherung-Testsieger-Vergleich 2019

Die Testsieger aus Stiftung Warentest, Ökotest und Focus Money im Vergleich.
Sie haben Fragen?
Telefonische Expertenberatung
Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr.
Kontakt aufnehmen
Unsere Kunden haben uns bewertet
4.9 von 5 Punkten aus 1 164 Bewertungen für die Beratung durch transparent-beraten.de