Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung im Erbrecht

Das Erbrecht gehört in Deutschland zum Privatrecht. Wer eine gute private Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, könnte deshalb dem Irrtum unterliegen, dass Auseinandersetzungen mit erbrechtlichem Hintergrund in der Privatrechtsschutzversicherung abgedeckt sind. Das ist allerdings in der Regel nicht der Fall. Übernommen werden meist nur die Kosten für eine Erstberatung, wenn der Versicherungsfall eingetreten ist. Nur wenige Versicherer übernehmen auch die Kosten für eine Vertretung vor Gericht.

Erbrechtliche Auseinandersetzungen sind kostspielig

Die Kosten eines Gerichtsverfahrens werden unter anderem bestimmt durch die Länge und die Anzahl der Verhandlungen sowie durch die involvierten Instanzen. Doch auch der Streitwert eines Verfahrens ist von Bedeutung. Bei erbrechtlichen Streitigkeiten ist der Streitwert regelmäßig recht hoch, denn es geht um das Erbe eines Verstorben. Doch bei Fragen rund um das Erbrecht können sich verschiedene Streitigkeiten ergeben, beispielsweise wenn die Betroffenen

  • die Erbschaft antreten oder ablehnen wollen
  • ihren Pflichtanteil am Erbe geltend machen möchten
  • das Testament anfechten

Wollen Angehörige das Testament anfechten oder einen Anteil am Erbe einklagen, richten sich die Verfahrenskosten auch nach der Höhe des Erbes, welches den Streitwert bestimmt. Um nicht mit unkalkulierbaren Gerichtskosten konfrontiert zu sein, lehnen Versicherer in der Regel die Kostenübernahme für erbrechtliche Fälle ab. Denn Fälle des Erbrechts können sich, ähnlich wie beim Familienrecht, durchaus in die Länge ziehen.

Aktuell: Es gibt unter anderem einen Anbieter, der hier eine interessante Absicherungsmöglichkeit in Form eines speziellen Erb-Rechtsschutzes anbietet. Kontaktieren sie uns hierzu gern unter 030 – 922 77 527. Anschließend können wir ihnen kostenfrei ein auf sie zugeschneidertes Angebot zusenden.

Die Erstberatung ist versichert

Wer sich erstmals mit erbrechtlichen Fragen konfrontiert sieht und eine juristische Beratung in Anspruch nehmen will, kann einen Anwalt konsultieren. In der Regel übernimmt der Versicherer die Kosten einer ersten Beratung, sofern der Versicherungsfall eingetreten ist. Das bedeutet, dass der Erbfall bereits vorliegt. Ein Testament muss verkündet sein, eine vorsorgliche Information wird vom Versicherer also meist nicht gezahlt. Liegt der Versicherungsfall vor, ist es unerheblich, ob die Beratung schriftlich oder mündlich erfolgt. Die Auslagen für beide Formen hat der Versicherer zu zahlen. Die Gerichtskosten werden jedoch in der Regel bei Fällen des Erbrechts nicht übernommen.

Prozessvertretung ist nicht versicherbar

Will man sich in einer erbrechtlichen Auseinandersetzung anwaltlich vertreten lassen, sind die Kosten üblicherweise aus eigener Tasche zu zahlen. Eine private Rechtsschutzversicherung deckt solche Auslagen nicht ab. Hier unterscheidet sich die Vertretung in einem Prozess also erheblich von der juristischen Erstberatung. Geschuldet ist dieser Ausschluss wiederum der fehlenden Wirtschaftlichkeit für den Versicherer, da die Kosten eines Verfahrens zu Erbstreitigkeiten meist schlicht zu hoch sind.

Separate Absicherung im Einzelfall möglich

Einige wenige Versicherer bieten neben der privaten Rechtsschutzversicherung mit ihrer Kostenübernahme für die Erstberatung noch ein zusätzliches Modul an, welches die Kosten einer Prozessvertretung abdeckt. Allerdings muss ein solcher Tarif extra abgeschlossen werden, er dient lediglich der Ergänzung des privaten Rechtsschutzes. Ob ein Versicherer diesen zusätzlichen Baustein in seiner Tariflandschaft anbietet, kann ein erfahrener Versicherungsmakler herausfinden. Selten gibt es hier die Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit.

Individueller Bedarf als Grundlage

Ob im Einzelfall eine Notwendigkeit besteht, den Versicherungsschutz um die Prozessvertretung bei Erbauseinandersetzungen zu erweitern, muss immer sorgfältig geprüft werden. Eine solche Versicherung ist kostspielig und kommt nur dann in Frage, wenn eine Auseinandersetzung einschließlich der Prozessführung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.

Mediation im Erbrecht

Besonders im Bereich des Erbrechts bietet sich für die Lösungsfindung eine Mediation an, da die Gerichtskosten in der Regel nicht übernommen werden. Durch eine Mediation wird versucht, den Gang vor Gericht zu vermeiden und eine passende Lösung für alle Beteiligten zu finden. Während Gerichtsprozesse oft Jahre dauern und enorme Mengen an Geld verschlingen, kann eine Mediation hier schneller und günstiger zu einer Lösung führen. Zudem ist das Ziel einer Mediation, dass sich die zerstrittenen Parteien wieder annähern und kann so unter Umständen verhindern, dass Familien an Erbstreitigkeiten zerbrechen.

Keine Beschränkung auf familiäre Verbindung

Fragestellungen des Erbrechts müssen nicht auf eine bestehende familiäre Verbindung beschränkt sein. Von Erbrechtsstreitigkeiten sind also nicht nur Kinder oder Enkelkinder betroffen. Zwar sieht das deutsche Steuerrecht nur für Verwandte in einem engen familiären Zusammenhang steuerliche Vergünstigungen im Erbfall vor, doch grundsätzlich ist jeder Mensch erbberechtigt, wenn das Testament des Verstorbenen eine Vererbung vorsieht. Aus diesem Grund gelten die erbrechtlichen Vorschriften der Rechtsschutzversicherung für jede einschlägige Auseinandersetzung.