Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung für die Familie und Familienrecht

Eine Rechtsschutzversicherung kann für einen einzelnen Versicherungsnehmer oder für eine Familie abgeschlossen werden. In diesem Fall spricht man von einer Familien-Rechtsschutzversicherung. Klar vom Familienrechtsschutz abzugrenzen ist das Familienrecht. In der Regel übernimmt eine Rechtsschutzversicherung nur die Beratungskosten eines Anwalts, wenn es um familienrechtliche Fragestellungen geht. Die Kostenübernahme für gerichtliche Auseinandersetzungen ist meist nicht enthalten.

Tarife für Singles und Familien

Rechtsschutzversicherung FamilieDer Versicherungsnehmer kann beim Vertragsabschluss wählen, ob er lediglich selbst abgesichert sein will oder ob weitere Familienangehörige mitversichert werden sollen. So wird der Rechtsschutz individuell gestaltet und genau auf die Bedürfnisse von Alleinstehenden, von Paaren und von Familien ausgerichtet. Familienangehörige sind in der Regel beitragsfrei mitversichert, doch ein Familientarif ist meist etwas teurer. Dadurch trägt der Versicherer seinem erhöhten Risiko Rechnung, dass der Versicherungsfall durch eine der versicherten Personen eintritt.

Familienrechtsschutz im Test 2017

Die unabhängige Ratingagentur Franke und Bornberg hat Anfang 2017 erstmals die Rechtsschutzversicherung unter die Lupe genommen. Mehr als 100 Tarifvarianten, deren Versicherungsschutz sich an Ehe- bzw. Lebenspartner sowie die eigenen Kinder richtet, wurden bewertet. Das Ergebnis ist erfreulich. Wer auf der Suche nach einem Rechtsschutztarif für Familien ist, kann zwischen einer Vielzahl von Top-Tarifen wählen (Quelle).

Anbieter, die hervorragende Familientarife anbieten (Auswahl)

Diese Personen sind versicherbar

In einer Familien-Rechtsschutzversicherung sind neben dem Versicherungsnehmer dessen Ehefrau und dem gemeinsamen Nachwuchs zu versichern. Diese müssen im gemeinsamen Haushalt leben und dürfen kein eigenes Einkommen beziehen. Durch diese Regelung sind auch Studierende noch bei den Eltern versicherbar, sofern sie keine eigene Wohnung haben. Ebenso zu versichern sind der Lebenspartner in einer eheähnlichen Gemeinschaft und gemeinsame Kinder, die aus dieser Gemeinschaft hervorgegangen sind. Die Erweiterung eines Vertrags um einen Lebenspartner ist problemlos möglich, eine schriftliche Information an die Versicherung genügt.

Schadenfälle nach Rechtsgebiet

Familienrecht in Deutschland

Das Familienrecht ist als Teilgebiet des Zivilrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch – Buch 4 geregelt (ausführlicher Gesetzestext BGB Buch 4 Familienrecht). Im 4. Buch erfolgt eine Unterteilung in drei Abschnitte.

  • Abschnitt 1: Bürgerliche Ehe
  • Abschnitt 2: Verwandschaft
  • Abschnitt 3: Vormundschaft, Rechtliche Betreuung, Pflegschaft

Das Familienrecht in der Rechtsschutzversicherung

Abhängig vom gewählten Tarif deckt eine Rechtsschutzversicherung das Privatrecht, das Verkehrsrecht, das Mietrecht und das Arbeitsrecht ab. Zum Privatrecht gehört auch das Familienrecht. Hier geht es um Fragestellungen zu:

  • Trennung und Scheidung,
  • Sorgerecht und Umgangsrecht,
  • Unterhalt,
  • Versorgungsausgleich,
  • Eheschließung und Aufhebung
  • sowie um Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Nachwuchs.

Auch das Betreuungsrecht oder die Adoption gehören zum Familienrecht.

Allerdings ist der Versicherungsschutz bei familienrechtlichen Streitigkeiten sehr eingeschränkt. 

Juristische Beratung ist versichert

Geht es um Auseinandersetzungen und Streitigkeiten im Familien- und Erbrecht zahlen Versicherungen nur für die Beratung durch einen Anwalt. Danach ist Schluss! Das heißt, für den Versicherten: Der Versicherungsschutz endet, sobald der Fall vor Gericht geht.
Trotzdem ist auch die beratende Leistung wichtig und hilfreich und kann erhebliche Kosten sparen, wenn man ein leistungsstarke Rechtsschutzversicherung hat. Möchte sich der Versicherte beispielsweise zu einer Trennung oder Scheidung informieren und wendet sich dafür an einen Anwalt (Der anwalt sollte auf das entsprechende Themengebiet spezialisiert sein.), werden die Kosten abzüglich, des eventuell vereinbarten Selbstbehalts von der Versicherung übernommen. Dadurch verschafft sich der Versicherte bereits frühzeitig die nötige Übersicht, wie ein familienrechtliches Problem juristisch zu lösen ist.

Eintritt des Versicherungsfalls als Voraussetzung

Die Kostenübernahme durch die Versicherung für eine juristische Beratung in familienrechtlichen Fragen ist an eine wichtige Voraussetzung gekoppelt: In der Regel schreiben die Allgemeinen Versicherungsbedingungen vor, dass der Versicherungsfall eingetreten sein muss. Allerdings sollte man beachten, dass im Familienrecht ein Versicherungsfall erst dann vorliegt, wenn sich die Rechtslage des Versicherten verändert hat. Das heißt im Fall einer Trennung muss einer der Partner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sein. Bleibt das Wohnverhältnis bestehen, muss die Trennung im Zweifel bewiesen werden.  Auch bei einer Scheidung oder bei einer Unterhaltsforderung müssen die Scheidungspapiere oder die finanzielle Forderung bereits vorliegen, damit die Versicherung leistet.

Keine Kostenübernahme bei Prozessführung

Kommt es aufgrund von familiären Streitigkeiten dagegen zu einem Gerichtsprozess, werden die Kosten nicht von der Rechtsschutzversicherung übernommen. Auch die Aufwände für eine Scheidung sind nicht auf den Versicherer abzuwälzen. Das liegt daran, dass solche Streitfälle schnell ein langes Gerichtsverfahren nach sich ziehen können, das immense Kosten verursacht. Die Absicherung für familienrechtliche Streitigkeiten lohnt sich für eine Versicherung meist nicht, deshalb sind diese Auseinandersetzungen nicht versichert.

ARAG mit Tarifen für Unterhalts- und Eherechtsschutz

Die ARAG bietet als einzige Versicherung einen umfassenden Schutz für den Ehebe­reich an. In ihrem Portfolio befindet sich außerdem eine Police für Unterhaltsstreitigkeiten. Sowohl der Eherechtsschutz, als auch der Unterhaltsrechtsschutz sind Zusatzbausteine und können zum Privatrechtsschutz hinzugewählt werden. Ebenso deckt die Versicherung in beiden Fällen lediglich Anwalts- und Gerichtskosten bis zu einer Höhe von 30.000 Euro. Auch Wartezeiten müssen bei beiden Policen bedacht werden. Allerdings beträgt die Wartezeit beim Unterhaltsrechtsschutz nur ein Jahr. Wohingegen beim Eherechtsschutz 3 Jahre Wartezeit vorgesehen sind.

Der Eherechtsschutz gilt für beide Partner und tritt bei familienrechtlichen Angelegenheiten, wie Getrenntleben, Scheidung oder Scheidungsfolgesachen ein.

Der Unterhaltsrechtsschutz leistet zum Beispiel bei bestimmten Unterhaltsforderungen, wie Geldansprüche von Kinder an ihre Eltern, aber auch wenn Unthalt von den Kindern für die Unterbringung ihrer Eltern gefordert wird.

Wer kann eine Familienrechtsschutzversicherung abschließen?

Folgende Personen können sich zusammen in einer Familienversicherung versichern lassen:

  • Verheiratete Personen, Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • die minderjährigen Kinder, Nachwuchs des Ehepartners oder des Lebensgefährten
  • volljährige Kinder, die noch im gemeinsamen Haushalt leben und sich noch in Ausbildung oder Studium befinden
  • die Eltern des Versicherten, wenn sie mit dem Versicherten in einem Haushalt leben
  • die Großeltern des Versicherten, wenn sie im gemeinsamen Haushalt mit dem Versicherten leben