Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung Leistungen

Wer eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, geht häufig davon aus, bei allen juristischen Streitigkeiten umfassend versichert zu sein. Doch ein Blick auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zeigt, dass eine Reihe von Leistungsausschlüssen gegeben sind. Nach Ansicht von Experten gehört die Rechtsschutzversicherung zu denjenigen Versicherungen, welche die meisten Ausschlüsse von Kostenübernahmen bergen. Bevor es deshalb zu einer Streitigkeit kommt, sollte man prüfen, ob die Rechtsschutzversicherung für entstehende Kosten aufkommt.

Die Tarifbedingungen regeln den Leistungsumfang

Die versicherten Kosten und Rechtsgebiete sind in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt. Die Versicherung muss diese beim Vertragsabschluss an den Versicherungsnehmer aushändigen. Während der Vertragslaufzeit darf es zu Leistungsanpassungen kommen. Häufig verbessert ein Versicherer sein Leistungsspektrum bei Neukunden und gewährt diese Verbesserungen auch Bestandskunden, die bereits einen Vertrag abgeschlossen haben. Dadurch erweitert sich der Versicherungsschutz meist ohne zusätzliche Kosten.

Diese Leistungen gehören zum Standard

In der Regel übernimmt der Rechtsschutzversicherer die Kosten für den Anwalt, sofern sie nach der gesetzlichen Gebührenordnung festgelegt wurden. Die Gerichtskosten werden ebenso getragen wie die Auslagen für einen Gerichtsvollzieher. Ist ein Sachverständiger zu beauftragen oder sind Zeugen zu hören, kommt die Rechtsschutzversicherung dafür auf. Verliert der Versicherte einen Prozess und ist zur Übernahme der Kosten verpflichtet, werden die Kosten von der Versicherung ausgeglichen. Und schließlich kann eine Kautionsstellung vereinbart werden, die bei Strafsachen greift. Diese wird als zinsloses Darlehen gewährt.

Typische Leistungen einer Rechtsschutzversicherung

Folgende Leistungen deckt eine Rechtsschutzversicherung in der Regel ab:

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Zeugen und Sachverständige
  • Erstattungspflichtige Kosten der Gegenseite
  • Kautionsstellung bei Strafsachen

Drei Fakten zur Rechtsschutzversicherung

Streitigkeiten im Ausland sind teils versichert

Kommt es zur Auseinandersetzung im Ausland, gilt eine Rechtsschutzversicherung, wenn der Ort im europäischen Ausland oder in den Anliegerstaaten des Mittelmeeres liegt. Von einigen Versicherern wird zusätzlich ein Versicherungsschutz auf Madeira oder auf den Kanarischen Inseln geboten. Bei einem Aufenthalt außerhalb dieser Regionen greift der Rechtsschutz meist nur, wenn der Aufenthalt nicht länger als sechs Wochen dauert. Wichtig ist diese Auslandsregelung für das Verkehrsrecht, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und es zum Unfall kommt.

Diese Rechtsgebiete sind versichert

Zu den versicherten Rechtsgebieten gehören das Strafrecht und das Ordnungswidrigkeitsrecht. Das Verwaltungsrecht bei Verkehrsstrafsachen ist ebenso abgesichert. Ein Steuerrechtsschutz und ein Rechtsschutz in Vertragsangelegenheiten sind integriert. Passiert ein Unfall, ist in der Regel ein Schadensersatzrechtsschutz vorgesehen. Damit deckt eine private Rechtsschutzversicherung mit Verkehrsrechtsschutz eine Reihe von Rechtsgebieten, die im täglichen Leben betroffen sein können, ab. Doch ebenso wichtig wie die Leistungen sind die Leistungsausschlüsse und die Rechtsbereiche, die nicht in einer privaten Rechtsschutzversicherung abgedeckt sind.

Ausschlüsse treffen den Versicherten oft unerwartet

Als Versicherungsnehmer geht man davon aus, dass der Versicherer bei Rechtsschutzfragen immer der kompetente Ansprechpartner ist und Rechnungen zuverlässig bezahlt. Doch es gibt eine Reihe von Leistungsausschlüssen. Diese kommen für den Versicherten meist unerwartet. Immer wieder gehen Verbraucher davon aus, dass alle Kosten einer Auseinandersetzung vom Versicherer bezahlt werden. Lehnt die Versicherung die Kostenübernahme ab, muss der Betroffenen dann alle Auslagen aus eigener Tasche zahlen. Abhängig vom Streitwert und vom Verfahren kann es dann zu erheblichen unerwarteten Mehrkosten kommen.

Interview mit Stephan Schweda zur Rechtsschutzversicherung 


Ausschlüsse: Hier kommt es zur Leistungsablehnung

Die Liste möglicher Leistungsausschlüsse ist lang und kann je nach Anbieter variieren. Die folgende Liste ist dahernicht vollständig und führt lediglich einige Beispiele auf:

  • Abwehr von Schadensersatzansprüchen
  • Streitigkeiten mit dem eigenen Rechtsschutzversicherer
  • Klagen vor dem Verfassungsgericht oder vor internationalen Gerichtshöfen
  • Alles im Zusammenhang mit Baumaßnahmen (z.B. Streit wegen der Baugenehmigung bei Umbaumaßnahmen, Streit mit Banken bei Finanzierungsfragen)
  • vorsätzliche Strafttaten bzw. Verbrechen

In der Regel kommt die Rechtsschutzversicherung auch nicht für die Kosten eines Scheidungsverfahrens (Ausnahme Ehe-Rechtsschutz der ARAG mit Selbstbeteiligung) auf. Das Familienrecht ist meist also gar nicht oder nur teilweise im Privatrechtsschutz abgedeckt, gleiches gilt für das Erbrecht. In diesen Bereichen müssen die Kosten privat, also aus eigener Tasche getragen werden.

Fragen zur Rechtsschutzversicherung, den Leistungen und Leistungsausschlüssen? Gern beraten Sie unsere unabhängigen Versicherungsmakler unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.