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Rechtsschutzversicherung Medizinrecht

Beim Rechtsschutz für Medizinrecht muss einiges beachtet werden - Alle Infos im Überblick
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Behandlungsfehler beim Arzt kann für den Patienten gravierende Folgen haben.
  • Wenn er den Mediziner auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld verklagen will, kann der rechtliche Weg für ihn teuer werden.
  • Eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Privatrechtschutz übernimmt im Bereich Medizinrecht in der Regel Kosten für Anwalt, Gericht und Gutachten.
  • Die Versicherten sollten aber darauf achten, dass es bei den meisten Versicherungen eine Wartezeit und bei Behandlungsfehlern eine Verjährungsfrist gibt.
  • Wichtig ist außerdem, dass der Patient bei Behandlungsfehlern das Gespräch mit dem Arzt sucht und sich an seine Krankenversicherung wendet.

Was bietet die Rechts­schutz­ver­si­cher­ung im Bereich Medizinrecht?

Für Patienten können Arztfehler weitreichende Folgen haben. Zusätzliche Behandlungen, Arbeitsausfall und manchmal lebenslange Beeinträchtigungen stellen die Lebensplanung auf den Kopf. Wer die verantwortlichen Ärzte auf Schadensersatz verklagen möchte, hat oft einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. Ohne passenden Rechtsschutz kann der Gang vor Gericht teuer werden.

Wer aber eine gute Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Privatrechtsschutz abgeschlossen hat, ist in der Regel gut beraten. Das Patienten- und Medizinrecht gehört dann automatisch zum Leistungsumfang. Die Versicherung übernimmt im Schadensfall Anwalts- und Gerichtskosten und zahlt die Gebühren für Gutachter und Sachverständige. Ist die Klage erfolglos, deckt die Rechtsschutzversicherung auch die Gebühren der Gegenseite ab.

Welche Schadensfälle sollte eine Rechts­schutz­ver­si­cher­ung im Bereich Medizinrecht abdecken?

  • Behandlungsfehler
  • Beratungs- und Aufklärungsfehler
  • Diagnosefehler und Befunderhebungsfehler
  • Therapiefehler
  • Organisationsfehler

Welche Leistungen werden übernommen?

Wer aufgrund einer ärztlichen Behandlung einen Schaden erlitten hat, zögert oft, vor Gericht zu ziehen. Einen ärztlichen Kunstfehler nachzuweisen, ist nicht einfach. Die Betroffenen sind in der Beweislast und müssen belegen, dass:

  • eine Behandlung stattgefunden hat,
  • der beklagte Arzt den Fehler zu verantworten hat,
  • die Betroffenen einen Schaden erlitten haben,
  • der Arztfehler die Ursache für den entstandenen Schaden ist.

Insbesondere bei Beratungs- und Aufklärungsfehlern ist schwer festzustellen, ob sich der Schaden durch eine andere Beratung hätte abwenden lassen. Zur Klärung müssen unabhängige Sachverständige und Gutachter hinzugezogen werden. Die Kosten für Kopien der ärztlichen Unterlagen, beispielsweise Befunde, Untersuchungsergebnisse, Laborwerte und OP-Berichte, muss der Patient u. U. ebenfalls übernehmen. Die Kosten für Schadensersatzprozesse sind daher oft sehr hoch. Weist das Gericht die Klage ab, kann dies für viele Betroffene den finanziellen Ruin bedeuten.

Das sollte zum Leistungsumfang gehören

Eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Privatrechtschutz nimmt Betroffenen das finanzielle Risiko ab. Zum Leistungsumfang gehören:

  • die Übernahme der Verfahrens- und Anwaltsgebühren
  • die Übernahme der Gebühren für Sachverständige und Gutachter
  • die Zahlung einer Entschädigung für Zeugen, die vor Gericht aussagen
  • die Kostenübernahme für Kopien der Behandlungsunterlagen
  • die Kostenübernahme für Schieds- oder Schlichtungsverfahren
  • die Übernahme einer Strafverfolgungskaution im Ausland
  • die Kostenübernahme für Mediationen.
  • bei verlorenem Prozess die Übernahme der Prozesskosten der Gegenpartei

Beachten Sie die Wartezeit!

Möchten Sie das Medizinrecht mit einer Rechtsschutzversicherung absichern, achten Sie darauf, dass bei vielen Anbietern eine Wartezeit gilt. In den meisten Fällen beträgt diese drei Monate. Sie kann aber auch deutlich länger sein. Der Versicherungsschutz tritt erst nach Ablauf der sogenannten Karenzzeit in Kraft. Überlegen Sie daher frühzeitig, ob Sie eine Absicherung für Patienten- und Medizinrecht benötigen.

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Kommt es häufig zu Behandlungsfehlern?

Ein Patient darf eine Behandlung nach anerkannten medizinischen Standard in Anspruch nehmen. Diese sowie die Aufklärung müssen sorgfältig, richtig und zeitgerecht passieren. Wird dies nicht erfüllt, spricht man von einem Behandlungsfehler.

Wie viele Behandlungsfehler es gibt, kann nicht genau gesagt werden. Denn die Dunkelziffer ist hoch. Ein Anhaltspunkt liefern die Zahlen des medizinischen Dienstes der Kran­ken­ver­si­cher­ungen (MDK). Er ist der erste Ansprechpartner für gesetzlich versicherte Patienten, die einen Arztfehler vermuten. 2018 meldete der MDK rund 14.000 Behandlungsfehlergutachten. Etwa jeden vierten Vorwurf bestätigen die Gutachter pro Jahr. Nur wenn tatsächlich ein Fehler festgestellt wurde, haben die Patienten Anspruch auf Schadenersatz. In der Tabelle sehen Sie, welchen Fachgebieten gemäß MDK am häufigsten Behandlungsfehler vorgeworfen werden.

FachgebietQuote
Orthopädie und Unfallchirurgie31 %
Innere Medizin und Allgemeinmedizin13 %
Frauenheilkunde und Geburtshilfe9 %
Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraums)9 %
Zahnmedizin8 %
Pflege5 %
Weitere Fachgebiete25 %

Wie können Betroffene im Schadensfall vorgehen?

Wer einen Behandlungsfehler vermutet, sollte sich zunächst an seinen behandelnden Arzt wenden und ein klärendes Gespräch suchen. Passierte der Fehler im Krankenhaus, sind die Klinikleitung oder die Patientenbeschwerdenstelle der Klinik Anlaufstellen.

Bringt dies keinen Erfolg, steht gesetzlich Versicherten der Weg zu ihrer Krankenkasse offen. Über den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) können sie ein Sachverständigengutachten anfordern. Für den Patienten ist dies kostenlos. Privatversicherte können sich an die Schlichtungs- und Gutachterkommissionen der Ärztekammern wenden.

Anspruch auf Schmerzensgeld

Wird der Behandlungsfehler bestätigt, hat der Patient gute Aussichten, dass er dagegen vorgehen kann. Dazu muss er aber einen objektiv feststellbaren Schaden erlitten haben und es muss einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schaden und Fehler geben.

Ein auf Medizin- und Patientenrecht spezialisierter Rechtsanwalt kann Betroffene anschließend über mögliche rechtliche Schritte beraten. Wer eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, informiert diese idealerweise frühzeitig über den Verdacht eines Behandlungsfehlers im Bereich Medizinrecht, um die Kostenübernahme sicherzustellen. Geschädigte Patienten haben häufig ein Anspruch auf Schmerzensgeld bzw. Schadengeld. Die Höhe hängt von der Schwere der Verletzung ab.

Experten-Tipp:

Verjährungsfrist für Behandlungsfehler beachten

Ärztliche Behandlungsfehler verjähren in der Regel nach drei Jahren. Die Frist beginnt jedoch erst, wenn Patienten feststellen oder erfahren, dass ein Arztfehler vorliegen könnte. Der Behandlungszeitpunkt und der Fristbeginn können daher sogar mehrere Jahre auseinanderliegen. Spätestens nach 30 Jahren verfallen aber alle Schadensersatzansprüche.

Für wen gilt der Versicherungsschutz?

In der Rechtsschutzversicherung bieten Versicherungsunternehmen Single- und Familientarife an. Über einen Tarif für Familien sind auch die Kinder abgesichert, unabhängig davon, ob sie beim Versicherungsnehmer wohnen oder nicht. Der Versicherungsschutz für Kinder gilt meistens, bis diese einem eigenen Beruf nachgehen. Gesonderte Tarife gelten in der Rechtsschutzversicherung für Selbständige und Freiberufler.

Selbstbeteiligung ja oder nein?

In der Regel vereinbaren Sie beim Abschluss der Police einen Selbstbehalt. Der Selbstbehalt bezeichnet die Summe der Kosten, die Sie im Schadensfall selbst übernehmen. Sie können die Summe zumeist frei vereinbaren. Je höher der Selbstbehalt, desto tiefer ist in der Regel die Prämie. Stiftung Warentest empfiehlt einen Selbstbehalt von 150 Euro. Die Selbstbeteiligung senkt die Kosten des Vertrags. Viele Versicherer verzichten auf den Selbstbehalt, wenn Sie sich zunächst zur Erstberatung an einen Anwalt wenden.

Experten-Tipp:

Partneranwälte des Versicherers konsultieren

Suchen Sie nach einem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt, kann Ihnen Ihre Versicherung oft behilflich sein. Viele Rechtsschutzversicherungs-Anbieter bieten Ihnen günstigere Konditionen, wenn Sie die Partneranwälte des Unternehmens konsultieren. Das bedeutet zum Beispiel, dass diese auf eine Selbstbeteiligung verzichten.

Wie können Sie Ihre Versicherung kündigen?

Finden Sie, dass Ihre Rechtsschutzversicherung im Bereich Medizinrecht nicht genug leistet, können Sie auch eine Kündigung in Betracht ziehen. Eine Rechtsschutzversicherung schließen Sie in der Regel für ein Jahr ab. Die Kündigungsfrist beträgt zumeist drei Monate. Sofern Sie Ihren Vertrag nicht vor Ablauf dieser Frist kündigen, verlängert er sich automatisch um weitere zwölf Monate. Die ordentliche Kündigung der Rechtsschutzversicherung reichen Sie schriftlich bei Ihrem Versicherungsunternehmen ein.


Hinweise zum Vergleich und Tests

Die geeignete Rechtsschutzversicherung zu finden, die im Bereich Medizinrecht die gewünschten Leistungen anbietet, kann eine Herausforderung sein. Unsere unabhängigen Versicherungsexperten sind Ihnen bei der Suche behilflich. Sie werden umfassend und unverbindlich beraten, damit Sie einen Tarif finden, der zu Ihren Lebensumständen passt. Sie erreichen uns unter 030 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de.

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