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Rechtsschutzversicherung Medizinrecht

Gut 13.500 Behandlungsfehlergutachten wurden im Jahr 2017 beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDS) gemeldet. Der MDS ist der erste Ansprechpartner für gesetzlich versicherte Patienten, die einen Arztfehler vermuten. Wer den zuständigen Arzt auf Schadenersatz verklagen möchte, profitiert von einer Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht.

Rechtsschutzversicherung im Medizinrecht

Was ist eine Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht?

Für Patienten können Arztfehler weitreichende Folgen haben. Zusätzliche Behandlungen, Arbeitsausfall und manchmal lebenslange Beeinträchtigungen stellen die Lebensplanung auf den Kopf.

Wer die verantwortlichen Ärzte auf Schadensersatz verklagen möchte, hat oft einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. Ohne passenden Rechtsschutz kann der Gang vor Gericht teuer werden.

Eine spezielle Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht übernimmt im Schadensfall Anwalts- und Gerichtskosten und zahlt die Gebühren für Gutachter und Sachverständige. Ist die Klage erfolglos, deckt die Rechtsschutzversicherung auch die Gebühren der Gegenseite ab.

Bei einigen Anbietern von Rechtsschutzversicherungen gehört das Patienten- und Medizinrecht automatisch zum Leistungsumfang. Andere Versicherer bieten Ihre Rechtsschutzversicherung nach dem Baukastenprinzip an und Sie müssen Leistungen für Medizinrecht gesondert versichern.

Welche Schadensfälle sollte eine Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht abdecken?

  • Behandlungsfehler
  • Beratungs- und Aufklärungsfehler
  • Diagnosefehler und Befunderhebungsfehler
  • Therapiefehler
  • Organisationsfehler

Welche Leistungen werden übernommen?

Wer aufgrund einer ärztlichen Behandlung einen Schaden erlitten hat, zögert oft, vor Gericht zu ziehen. Einen ärztlichen Kunstfehler nachzuweisen ist nicht einfach. Die Betroffenen sind in der Beweislast und müssen belegen, dass:

  • eine Behandlung stattgefunden hat,
  • der beklagte Arzt den Fehler zu verantworten hat,
  • die Betroffenen einen Schaden erlitten haben,
  • der Arztfehler die Ursache für den entstandenen Schaden ist.

Insbesondere bei Beratungs- und Aufklärungsfehlern ist schwer festzustellen, ob sich der Schaden durch eine andere Beratung hätte abwenden lassen. Zur Klärung müssen unabhängige Sachverständige und Gutachter hinzugezogen werden. Die Kosten für Kopien der ärztlichen Unterlagen, beispielsweise Befunde, Untersuchungsergebnisse, Laborwerte und OP-Berichte, muss der Patient ebenfalls übernehmen. Die Kosten für Schadensersatzprozesse sind daher oft sehr hoch. Weist das Gericht die Klage ab, kann dies für viele Betroffene den finanziellen Ruin bedeuten.

Eine Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht nimmt Betroffenen das finanzielle Risiko ab. Zum Leistungsumfang gehören:

  • die Übernahme der Verfahrens- und Anwaltsgebühren
  • die Übernahme der Gebühren für Sachverständige und Gutachter
  • die Zahlung einer Entschädigung für Zeugen, die vor Gericht aussagen
  • die Kostenübernahme für Kopien der Behandlungsunterlagen
  • die Kostenübernahme für Schieds- oder Schlichtungsverfahren
  • die Übernahme einer Strafverfolgungskaution im Ausland
  • die Kostenübernahme für Mediationsverfahren
  • bei verlorenem Prozess die Übernahme der Prozesskosten der Gegenpartei

Verjährungsfrist für Behandlungsfehler beachten

Ärztliche Behandlungsfehler verjähren in der Regel nach drei Jahren. Die Frist beginnt jedoch erst, wenn Patienten feststellen oder erfahren, dass ein Arztfehler vorliegen könnte. Der Behandlungszeitpunkt und der Fristbeginn können daher sogar mehrere Jahre auseinanderliegen. Spätestens nach 30 Jahren verfallen aber alle Schadensersatzansprüche.

Wie können Betroffene im Schadensfall vorgehen?

Wer einen Behandlungsfehler vermutet, sollte sich zunächst an seinen behandelnden Arzt wenden und ein klärendes Gespräch suchen. Bringt dies keinen Erfolg, steht gesetzlich Versicherten der Weg zu ihrer Krankenkasse offen. Über den Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkassen können Patienten ein Sachverständigengutachten anfordern. Für den Patienten ist dies kostenlos. Privatversicherte können sich an die Schlichtungs- und Gutachterkommissionen der Ärztekammern wenden.

Ein auf Medizin- und Patientenrecht spezialisierter Rechtsanwalt kann Betroffene anschließend über mögliche rechtliche Schritte beraten. Wer eine Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht abgeschlossen hat, informiert diese idealerweise frühzeitig über den Verdacht eines Behandlungsfehlers, um die Kostenübernahme sicherzustellen.

Für wen gilt der Versicherungsschutz?

In der Rechtsschutzversicherung bieten Versicherungsunternehmen Single- und Familientarife an. Über einen Familientarif sind auch die Kinder abgesichert, unabhängig davon, ob sie beim Versicherungsnehmer wohnen oder nicht. Der Versicherungsschutz für Kinder gilt meistens, bis diese einem eigenen Beruf nachgehen. Gesonderte Tarife gelten in der Rechtsschutzversicherung für Selbständige und Freiberufler.

Beachten Sie die Wartezeit!

Schließen Sie eine Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht ab, achten Sie darauf, dass bei vielen Anbietern eine Wartezeit gilt. In den meisten Fällen beträgt diese drei Monate, kann aber auch deutlich länger sein. Der Versicherungsschutz tritt erst nach Ablauf der sogenannten Karenzzeit in Kraft. Überlegen Sie daher frühzeitig, ob Sie eine Absicherung für Patienten- und Medizinrecht benötigen.

Selbstbeteiligung ja oder nein?

In der Regel vereinbaren Sie beim Abschluss der Police einen Selbstbehalt. Der Selbstbehalt bezeichnet die Summe der Kosten, die Sie im Schadensfall selbst übernehmen. Rechtsschutzversicherer bieten Selbstbeteiligungen von bis zu 250 Euro an. Sie können die Summe aber zumeist frei vereinbaren. Stiftung Warentest empfiehlt einen Selbstbehalt von 150 Euro. Die Selbstbeteiligung senkt die Kosten des Vertrags. Viele Versicherer verzichten auf den Selbstbehalt, wenn Sie sich zunächst zur Erstberatung an einen Anwalt wenden.

Tipp: Partneranwälte des Versicherers konsultieren

Suchen Sie nach einem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt, kann Ihnen Ihre Versicherung oft behilflich sein. Viele Rechtsschutzversicherungs-Anbieter bieten Ihnen günstigere Konditionen, wenn Sie die Partneranwälte des Unternehmes konsultieren. Einige Anbieter verzichten dann zum Beispiel auf die Selbstbeteiligung.

Wie können Sie Ihre Versicherung kündigen?

Eine Rechtsschutzversicherung schließen Sie in der Regel für ein Jahr ab. Die Kündigungsfrist beträgt zumeist drei Monate. Sofern Sie Ihren Vertrag nicht vor Ablauf dieser Frist kündigen, verlängert er sich automatisch um weitere zwölf Monate. Die ordentliche Kündigung reichen Sie schriftlich bei Ihrem Versicherungsunternehmen ein.

Tipp: Kündigungsfrist bei Verträgen mit mehr als drei Jahren Laufzeit

Eine Versicherer bieten auch Rechtsschutz-Policen mit dreijähriger oder fünfjähriger Laufzeit an. Bei Verträgen mit mehr als drei Jahren Laufzeit haben Sie seit Januar 2008 das Recht, den Vertrag erstmalig nach Ablauf von drei Jahren zu kündigen. Bleibt die Kündigung aus, läuft der Vertrag weiter und kann jährlich zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden.

Sonderkündigungsrecht

In einigen Fällen besteht in der Rechtsschutzversicherung das Recht auf Sonderkündigung:

  • Wenn der Versicherer die Beiträge erhöht, ohne die Leistungen entsprechend anzupassen.
  • Bei Wegfall des versicherten Risikos.
  • Wenn sich die Gefahrenumstände ändern.
  • Bei zwei oder mehr Rechtsschutzfällen innerhalb eines Jahres.
  • Wenn die Versicherung die Leistungsübernahme ablehnt, obwohl eine vertraglich vereinbarte Leistungspflicht besteht.

Tarife im unabhängigen Vergleich

Die geeignete Rechtsschutzversicherung für Medizinrecht zu finden, kann eine Herausforderung sein. Längst nicht alle Versicherer schließen Medizinrecht in ihren Leistungskatalog mit ein. Ein unabhängiger Makler ist Ihnen bei der Suche behilflich. Er berät Sie umfassend und unverbindlich, damit Sie einen Tarif finden, der zu Ihren Lebensumständen passt.