Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung für Anwälte

Auf den ersten Blick scheint eine Rechtsschutzversicherung für Juristen kaum erforderlich zu sein. Schließlich geht man davon aus, dass sich die Experten bei einer juristischen Auseinandersetzung vor Gericht selbst kompetent vertreten können. So möchte man Kosten für einen vordergründig teuren Versicherungsschutz sparen. Doch die Frage nach einer Rechtsschutzversicherung für Juristen ist differenzierter zu betrachten. Zwar ist eine Rechtsschutzversicherung keine Pflichtversicherung, doch wenn es die finanziellen Verhältnisse zulassen, sollten sich sowohl angestellte als auch selbständig arbeitende Anwälte im eigenen Interesse für eine leistungsstarke Versicherung entscheiden.

Auch Anwälte benötigen einen Rechtsschutz

Rechtsschutzversicherung AnwaltEin Rechtsschutzversicherer übernimmt die Kosten, die im Zusammenhang mit einem Prozess entstehen. Dazu zählen:

  • Rechtsanwaltskosten für die Vertretung vor Gericht
  • Gerichtskosten
  • Ausgaben für die Anfertigung von Gutachten
  • andere Nebenkosten

 

Wer diese Kosten nicht aus eigener Tasche zahlen möchte, benötigt einen leistungsstarken Rechtsschutz. Dieser sollte bei einer Gesellschaft abgeschlossen werden, die auf die Rechtsschutzversicherung von Anwälten spezialisiert ist.

Nicht jeder Anwalt vertritt sich selbst

Eine Rechtsschutzversicherung für Anwälte ist erforderlich, weil sich nicht jeder Jurist in jedem Fachgebiet selbst vertreten kann. Geht es beispielsweise um steuerrechtliche Fragen, ist ein Fachanwalt für Steuerrecht erforderlich. Ein Anwalt für Strafrecht verfügt im Privatrecht vielleicht nur über rudimentäre Kenntnisse. Deshalb ist es im Einzelfall immer besser, einen fachlich versierten Kollegen als Rechtsbeistand für den Prozess zu beauftragen. Nur dann ist der Erfolg weitgehend gewährleistet. Für die Kosten der Mandatsübernahme ist eine Rechtsschutzversicherung zuständig und sehr zu empfehlen. Erteilt sie eine Deckungszusage, braucht man sich vor entstehenden Kosten nicht mehr zu fürchten.

Angestellte Anwälte benötigen einen überschaubaren Schutz

Wer als Rechtsanwalt in einem Angestelltenverhältnis in einer Kanzlei oder in einem großen Unternehmen arbeitet, muss sich in der Regel vor allem im Privatrecht, im Verkehrsrecht und im Mietrecht absichern, wenn man zur Miete wohnt. Hinzu kommt das Arbeitsrecht, sofern Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber nur noch juristisch aus der Welt geschafft werden können. Diese vier Rechtsgebiete entsprechen der üblichen Absicherung eines Arbeitnehmers, die branchenunabhängig als Richtlinie gelten kann. Selbständig tätige Juristen müssen sich dagegen umfassender absichern.

Selbständige sollten nicht unterversichert sein

Führt ein Anwalt eine eigene Kanzlei, dann benötigt er einen etwas umfangreicheren Rechtsschutz. Im Idealfall ist eine gute Rechtsschutzversicherung für das Anwaltsbüro abgeschlossen. Macht nämlich ein Mandant Kosten geltend und klagt er diese juristisch ein, kann es durch vertragliche Streitigkeiten zu einem Prozess kommen. Auch Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt sind nicht selten vor Gericht zu klären. Ist der Anwalt beruflich häufig unterwegs und sind Fahrzeuge auf sein Unternehmen zugelassen, ist sogar ein Verkehrsrechtsschutz für das Büro erforderlich. Die Höhe der Versicherungsbeiträge kann durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung gesenkt werden.

Weitere Rechtsgebiete abgesichert: Arbeitsrechtsschutzversicherung | Verkehrsrechtsschutzversicherung | Mietrechtsschutzversicherung | Firmenrechtsschutzversicherung

Absicherung gegen Arbeitsrechtsprozesse

Eine besondere Herausforderung sind immer wieder Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern. Beschäftigt eine Kanzlei mehrere Angestellte, besteht die Gefahr einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit. Klagt der Mitarbeiter gegen eine Abmahnung, gegen eine Kündigung oder aus anderen Gründen, enden solche Klagen nicht selten vor Gericht. Wer dann als Anwalt nicht auf diesen Rechtsbereich spezialisiert ist, sollte auf einen erfahrenen Kollegen als Vertretung zurückgreifen. Die Kosten dafür muss eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung tragen.

Absicherung als angestellter Anwalt

Bei einem Anwalt im Angestelltenverhältnis gilt das gleiche nur umgekehrt. Wer eine Rechtsschutzversicherung mit einem integrierten Arbeitsrechtsschutz hat, kann sich beispielsweise gegen eine ungerechtfertigte Kündigung durch den Arbeitgeber wehren, ohne Angst vor den anfallenden Kosten haben zu müssen. Denn vor dem Arbeitsgericht gilt auch 2017 die Regelung, dass jede Partei die Gebühren für den Rechtsstreit in der ersten Instanz selbst übernehmen muss – und das unabhängig davon, wie der Streit ausgeht.