Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung kündigen

Eine Rechtsschutzversicherung ist keine Pflichtversicherung. Somit muss ein nahtloser Übergang zu einer neuen Versicherung nicht gewährleistet sein. Dennoch sind bei einer Kündigung einige Vorschriften zu beachten, damit der Versicherer die Aufhebung des Vertrags akzeptiert. Zuvor ist allerdings zu klären, ob eine Kündigung überhaupt sinnvoll ist. Eine Rechtsschutzversicherung hat durchaus ihre Berechtigung, deshalb sollte man die Sinnhaftigkeit einer Kündigung vor einer Vertragsaufhebung genau prüfen.

Keine Pflichtversicherung, aber sinnvoll

Eine Rechtsschutzversicherung für den privaten Bereich ist unbedingt zu empfehlen. Schneller als man denkt, kann es zu Streitigkeiten mit dem Nachbarn oder mit einem Fremden kommen, die nur auf juristischem Weg beizulegen sind. Damit die Kosten für den Rechtsstreit nicht aus eigener Tasche gezahlt werden müssen, ist der Abschluss einer Privatrechtsschutzversicherung nötig. Wer als Autofahrer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen. Für Arbeitnehmer ist ein Arbeitsrechtsschutz erforderlich, wenn man Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber ohne Angst vor anfallenden Kosten juristisch beilegen will.
Aus diesen Gründen hat die Rechtsschutzversicherung (Rechtsschutzversicherungen im Vergleich) durchaus ihre Berechtigung.

Die häufigsten Ursachen für eine Kündigung

Für die Aufhebung eines Rechtsschutzvertrages können einige Gründe sprechen.

1. Das versicherte Risiko entfällt.

Hat man beispielsweise eine Verkehrrechtsschutzversicherung abgeschlossen, weil man viel mit dem Auto unterwegs ist und entscheidet sich nun das Auto abzumelden, ist ein Rechtsschutz für den Verkehr nicht mehr unbedingt nötig. Allerdings sollte man hier bedenken, dass der Verkehrsrechtsschutz für alle Verkehrsteilnehmer gilt. Das heißt, auch für Fußgänger und Radfahrer.

Ein zweites Beispiel betrifft den Arbeitsrechtsschutz. Mit dem Übergang in die Rente wird dieser Rechtsschutz auch nicht mehr benötigt.

2. Beitragserhöhungen, Einsparpotenzial

Erhöht der Versicherer die Beiträge, möchten viele Versicherte kündigen. Unter Umständen belegt auch ein Preisvergleich, dass ein anderer Versicherer bei gleichem Leistungsumfang günstiger ist.

3. Unzufriedenheit

Ein weitere Kündigungsgrund ist, wenn der Versicherte beispielsweise unzufrieden mit den Leistungen seiner Assekuranz ist. Wenn die Versicherung z.B. die Leistung verweigert.

So wichtig ist die Vertragslaufzeit

Bei der Prüfung der Kündigungsfrist ist zunächst auf die Laufzeit des Vertrages zu achten. Häufig werden Verträge für eine Rechtsschutzversicherung mit einer Mindestvertragslaufzeit von mehreren Jahren abgeschlossen. Dann muss der Zeitpunkt des Vertragsablaufs abgewartet werden, bis eine Kündigung akzeptiert wird. In der Regel beträgt die Kündigungsfrist drei Monate bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Das bedeutet die Kündigung muss in schriftlicher Form vor Ablauf der Frist beim Versicherungsunternehmen eingegangen sein. (Kündigungsrecht).

Sofortige Kündigung bei Wagniswegfall

Entfällt das versicherte Risiko, besteht ein sofortiges Kündigungsrecht. Im Kündigungsschreiben muss in diesem Fall der Kündigungsgrund angegeben werden. Wer also nicht mehr berufstätig ist, kann den Berufsrechtsschutz ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Der Versicherer ist in diesem Fall verpflichtet, die überzahlten Beiträge zu erstatten. Das wird er in aller Regel umgehend tun, damit Vertrag für alle Parteien sauber beendet wird.

Sonderkündigungsrecht (außerordentliche Kündigung)

Mit dem Sonderkündigungsrecht wird das Recht bezeichnet, den Rechtsschutzversicherung-Vertrag bereits vor Ablauf der normalen Kündigungsfrist aufzulösen. Häufige Gründe für die außerordentliche Kündigung sind Beitragserhöhungen oder der Eintritt eines Versicherungsfalls. Kommt es zu einer Ablehnung der Leistungsübernahme durch den Versicherer, obwohl der der Versicherte einen Anspruch hat, kann dieser den Vertrag fristlos kündigen. Fristlos bedeutet in diesem Zusammenhang der Zeitraum innerhalb eines Monats, nachdem die Ablehnung dem Versicherten zugestellt wurde.

Beitragserhöhung berechtigt zur Vertragsaufhebung

Erhöht der Versicherer die Beiträge, steht dem Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu.
Plant die Versicherung eine Preiserhöhung, muss sie die Versicherten rechtzeitig darüber in Kenntnis setzen. Rechtzeitig heißt hier, mindestens ein Monat bevor die Anhebung der Prämie wirksam wird. Nach Erhalt der Benachrichtigung über die Erhöhung, beginnt eine Frist von vier Wochen, innerhalb derer der Betroffenen den Vertrag kündigen kann. Die Kündigung greift frühestens zum Zeitpunkt der Erhöhung.

Schadensfall erlaubt eine Vertragsbeendigung

Der Eintritt des Versicherungsfalls berechtigt beide Vertragsparteien zur Kündigung. Hat der Versicherer eine Entschädigung geleistet, hat der Versicherte innerhalb von vier Wochen nach der Zahlung das Recht, eine Kündigung auszusprechen. Allerdings kann eine Kündigung nach einem Schaden auch vom Versicherer ausgesprochen werden. Neben einem Zahlungsverzug ist dies einer der wenigen wirksamen Kündigungsgründe, die dem Versicherer zustehen.

Die meisten Versicherungen behalten sich das Recht vor, eine außerordentliche Kündigung auszusprechen, wenn ihre Leistungen innerhalb von zwölf Monaten zweimal in Anspruch genommen wurde und sie eine Deckungszusage erteilt haben. Bei einigen Anbietern geht das sogar bereits nach der ersten Deckungszusage.

Tipp von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest empfiehlt, selbst zu kündigen.

Versicherte sollten nach jedem Versicherungsfall, bei dem die Versicherung eine Kostenübernahme gebilligt hat, prüfen ob Sie der Vertrag gekündigt werden sollte. Wenn die Versicherung eine bestimmte Zahl an Deckungszusagen erteilt hat, kann sie außerordentlich kündigen. Der Vorteil, wenn der Verbraucher selbst kündigt, besteht darin, dass er dann im Antrag für eine neue Rechtsschutzversicherung nicht angeben muss, dass ihm der letzte Anbieter gekündigt hat. Wird die Rechtsschutzversicherung durch die Assekuranz gekündigt, ist es schwer bis teilweise unmöglich einen anderen Anbieter zu finden, der einen aufnimmt. Hat man selbst gekündigt, treten dabei kaum Probleme auf.