Rechtsschutzversicherung Test

Rechtsschutzversicherung in der Steuer

Eine Rechtsschutzversicherung ist nur unter bestimmten Umständen von der Steuer abzusetzen. Wer einen Arbeitnehmerrechtsschutz abschließt, um bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber juristische Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, kann den Beitrag auch 2017 als Werbungskosten geltend machen. Der Privat- oder Mietrechtsschutz ist nicht absetzbar. Selbständige haben dagegen die Möglichkeit, die Kosten für ihren gewerblichen oder freiberuflichen Rechtsschutz steuermindernd anzugeben.

Arbeitsrechtsschutz ist steuerlich absetzbar

Wenn eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen wird, um sich gegen Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber juristisch zur Wehr zu setzen, spricht man von einem Arbeitsrechtsschutz. Diese Rechtsschutzversicherung kann man steuerlich absetzen. Diese Kosten entsprechen aus Sicht der Steuerbehörden Aufwendungen, die für ein Arbeitsverhältnis anfallen. Da die Arbeitsrechtsschutzversicherung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht, ist die steuerliche Absetzbarkeit vom Gesetzgeber akzeptiert.

Keine Chance für Miet-, Privat- und Verkehrsrechtsschutz

Anders verhält es sich dagegen, wenn man eine Rechtsschutzversicherung für den privaten Bereich, für die Teilnahme am Straßenverkehr oder als Mieter einer Wohnung abschließt. Diese Rechtsschutzbereiche haben nichts mit dem Arbeitsverhältnis zu tun. Deshalb kommt eine Absetzbarkeit bei der Steuer nicht in Frage. Als Steuerpflichtiger muss man sauber unterscheiden, welche Beiträge man in der Steuererklärung angibt. Im schlimmsten Fall werden diese Beiträge nicht anerkannt, oder der Steuerpflichtige muss Steuern nachzahlen, wenn fälschlich ein zu hoher Betrag steuermindernd geltend gemacht wurde.

So ermittelt man den korrekten Betrag

Viele Arbeitnehmer schließen einen Kompakttarif mit ihrer Versicherung ab, der einen Rechtsschutz für die Bereiche Privat, Arbeit, Verkehr und Miete gewährleistet. In diesem Fall wird meist nur eine Versicherungsprämie angegeben. Einige Gesellschaften weisen die Beiträge für jeden einzelnen Versicherungsbereich in ihrer Rechnung aus. Ist das nicht so, kann man den Versicherer bitten, die Kosten für den Arbeitsrechtsschutz separat aufzuführen. Da die Rechnung unter Umständen dem Finanzamt vorgelegt werden muss, ist die Wahrscheinlichkeit dann höher, dass der angegebene Beitrag steuermindernd anerkannt wird.

Angabe als Werbungskosten empfehlenswert

Wer seine Arbeitsrechtsschutzversicherung steuerlich anrechnen lassen will, wählt dazu die Werbungskosten. Sie stehen im direkten Zusammenhang mit dem Erhalt des Arbeitsplatzes, deshalb können Kosten für das Arbeitsverhältnis dort angegeben werden. Auch Ausgaben für Fahrtkosten, für Weiterbildungen oder für Arbeitsmaterialien finden sich in der Anlage N, Zeile 48 (Sonstiges) der Steuererklärung. Somit sind hier alle Kosten gebündelt und können in einer Summe von dem steuerpflichtigen Arbeitseinkommen geltend gemacht werden. Laut einer Anweisung des Bundesfinanzministeriums müssen die Kosten für eine Rechtsschutzversicherung in der Steuererklärung detailliert angegeben werden. Dafür sollte sich der Versicherte über den genauen Betrag bei seinem Anbieter informieren. Der Aufwand lohnt sich: teilweise können im Bereich des Arbeitsrechtsschutzes zwischen 40 bis 60 Prozent abgesetzt werden.

So wichtig ist der Werbungskostenpauschbetrag

Werbungskosten, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis des Verbrauchers stehen, werden in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr als pauschaler Betrag von der Steuer abgezogen. Deshalb ist die Angabe der Rechtsschutzversicherung in der Steuererklärung vor allem dann sinnvoll, wenn die Werbungskosten bereits höher als 1.000 Euro im Jahr sind. Liegen die berufsbedingten Aufwendungen unter 1.000 Euro, dann muss man nichts tun, da die Pauschale auf jeden Fall angerechnet wird.
Allerdings gehören auch Kosten für die Fahrten von und zur Arbeitsstätte oder Weiterbildungen zu den Werbungskosten. Abhängig von den persönlichen Verhältnissen des Steuernzahlers ist es deshalb relativ leicht, eine höhere Summe als den Pauschbetrag anzusetzen.

Andere Regeln für selbständig Tätige

Für Gewerbetreibende und für Freiberufler gelten andere Regelungen. Schließen sie eine Rechtsschutzversicherung für ihren Betrieb ab, sind die Kosten als Betriebsausgaben absetzbar. Sie mindern die steuerpflichtigen Einkünfte und senken die Steuerlast. Für eine private Rechtsschutzversicherung gilt hingegen wiederum die Nichtabsetzbarkeit von der Steuer.

Mehr Informationen rund um die Rechtsschutzversicherung für Selbständige und aktuelle Testergebnisse finden Sie hier.